Es werden die Probleme untersucht, die bei den Techniken für den Schiffsbau, bei der Rekonstruktion des Takelwerks und dessen Benutzung auftreten können. Dazu werden die Kenntnisse unserer Zeit dem Wissen der Antike gegenübergestellt. Die wichtigste Besonderheit unseres Projektes auf diesem Gebiet ist, dass das Schiff Uluburun II das zweite schwimmende Beispiel der Welt sein wird, das nach der antiken Schiffsbauweise – zuerst Bau des Schiffsrumpfes und danach erst das Einsetzen der Spanten und Balken zur Verstärkung – gebaut wird. Dieses Schiffe, das ganz ohne Metallnägel nach der
Verzapfung-Sicherungs-Methode gebaut wird, wird auf eine lange Seereise gehen und es wird dadurch die Möglichkeit gegeben, eventuelle Probleme auf experimentelle Art aufzuzeigen. Wir verfügen auf dem Gebiet des Schiffdecks und des Takelwerks über wesentlich weniger Kenntnisse. Jedoch, ausgehend von der Tradition und dem Wissen über das Segeln als solide Basis, ist eine Realisierung nach dem Sammeln der Kenntnisse aus dieser Zeit möglich. Auf der anderen Seite wird uns das Takelwerk, wenn es auf der Reise auf offener See unter unterschiedlichen Wetterbedingungen eingesetzt wird, wichtige Hinweise für die Archäologie und experimentelle Forschung über antike Segelmethoden liefern.
Dieses Experiment ist, auch wenn es ähnliche Beispiele auf der Welt gibt, das erste in unserem Land.
Es können folgende Probleme auf der Reise auftreten:
· Schwierigkeiten durch die These der „Zuerst-der Schiffsrumpf“-Methode des Schiffsbaus bezüglich der Symmetrie
· Ballast- und Frachtverteilung
· negative Einflüsse auf die Luv-Qualität beim Segeln dadurch, dass der Kiel innen liegt
· Probleme durch die Anwendung des 2-Rahen-Systems
· Schwierigkeiten und Probleme, die bei einem Flaschen-Talje-System normalerweise nicht auftreten
· geringe Manövrierfähigkeit bei An- und Ablegemanövern